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Pferdekrankheiten ABC

Hier können Sie sich eine Übersicht über Symptome und Auswirkungen einer Vielzahl von Pferdekrankheiten verschaffen. Schauen Sie öfter mal vorbei, denn diese Seite wird regelmäßig erweitert und aktualisiert.  Falls Sie eine Ergänzung haben oder einen Eintrag vermissen, mailen Sie uns!

 

A  
Azoturie

Schwerste Form der bewegungsabhängigen Muskelerkrankung. Symptome siehe Muskelerkrankung. Bei dieser Form der Belastungsmyopathie scheidet das Pferd übermäßig Stickstoff über den Urin aus.

B  
Bronchitis

Symptom ist ein trockener, quälender Husten. Meist besteht kein Nasenausfluss. Ursache sind häufig die beim Fressen eingeatmeten Schimmelpilze aus Heu und Stroh.  

C  
Ekzem

Das wohl bekannteste Ekzem ist das Sommerekzem. Auslöser hierfür sind Gnitzen oder Kriebelmücken. Dabei löst nicht direkt der Stich das Auftreten des Ekzems aus, sondern die allergische Reaktion des Pferdes auf das Speichelsekret der Mücke. Besonders befallen sind Schweifrübe, Mähnenkamm, Kuppe und Bauchnaht. WelchePferde eine allergische Reaktion auf die Gnitzenstiche zeigen hängt u.a. mit der Ernährung und dem Stoffwechsel zusammen. Zu eiweißreiches Futter und eine Überfettung des Tieres erhöhen die Allergiebereitschaft und auch Mangelerscheinungen im Stoffwechsel tragen zu der Hauterkrankung bei.

D  
Durchfall (Diarrhoe)

Es wird zwischen nahrungsbedingten und bakteriell bedingten Durchfällen unterschieden. Ursachen für erstgenannte können eine Überfütterung mit Kraftfutter, eine zu eiweißhaltige Ernährung auf der Weide oder plötzlicher Futterwechsel sein. Bakteriell bedingter Durchfall resultiert u.a. aus einem Befall mit Salmonellen oder E.Coli-Bakterien. Ist ein Pferd an Durchfall erkrankt ist vor allem darauf zu achten, den Flüssigkeitsverlust und den Verlust von Elektrolyten wieder zu decken. Gut ist auch die vermehrte Gabe von Raufutter. Ist der Durchfall bakteriell bedingt sollte die Bakterien identifiziert und bekämpft werden.  

H  
Hautpilz

Hautpilzerkrankungen werden beim Pferde vor allem durch die Pilzsporen Trychophytonarten und Microsporumarten verursacht, die sehr widerstandsfähig und hoch ansteckend sind. Symptome sind kreisrunder oder sich ausbreitend, länglicher Haarausfall. Nach Feststellung dieser Symptome sollte sofort mit einer Behandlung, also dem regelmäßigen Waschen (alle 3 Tage) des GANZEN Pferdes mit einer pilzwirksamen Lösung begonnen werden. Auch kann während der Krankheit oder prophylaktisch gegen Hautpilz geimpft werden.

Herpes

Die Equinen Herpesviren EHV 1 und EHV 4 sind Hauptverursacher von Atemwegserkrankungen. Die Symptome eines Befalls des Zentralnervensystems und der Geschlechtsorgane sind potentiell tödliche Lähmungen und Spätaborte bei tragenden Stuten. Ähnlich wie beim Menschen wird das Virus durch Tröpfcheninfektion übertragen. Vorbeugend sollte das Pferde gegen Herpesviren geimpft werden.  

Hufrehe

Akute Erkrankung der Huflederhaut bei der sich die Hufkapsel von der Lederhaut durch eine gestörte Mikrozirkulation des Blutes in diesem Bereich ablöst. Hufrehe ist äußerst schmerzhaft für Pferde, führt zum Lahmen und kann nicht selten dazu führen, dass das Pferd eingeschläfert werden muss. Es wird  zwischen Belastungs-, Futter und Geburtsrehe.  Dabei entsteht die erstere durch Überbelastung des Hufes, wie z.B. durch langes Laufen auf harten Böden oder bei der Ruhigstellung des gegenüber liegenden Beines. Am weitesten verbreitet ist die Futterrehe, die durch Fütterungsfehler wie zu fruktanreiche Futtermittel verursacht wird. Bei Auftreten dieser Erkrankung sollte der Tierarzt sofort verständigt werden, bei leichteren Formen kann auch ein Hufschmied gerufen werden. In der Akutphase der Rehe und zur Prophylaxe sind die Gabe von Raufutter mit geringem Eiweißwert, z.B. Haferstroh und abgelagertes Heu als Hauptnahrungsmittel einzusetzen oder die Heugabe zu verringern und durch Stroh zu ersetzen.

K  
Kolik

Kolik steht nicht etwa für eine Krankheit sondern beschreibt vielmehr die zahlreichen Symptome, die eine oft tödliche Fehlfunktion im Magen und Darm des Pferdes anzeigen. Symptome können sein
Unruhe, Scharren mit den Vorderhufen, Flehmen, aufgerissene Augen, stoßweise Atmen, häufiges Umdrehen zum Bauch und Schlagen mit dem Hinterhuf zum Bauch. Das Pferd legt sich häufig hin und versucht sich vereinzelt auch heftig zu wälzen. Es wird im Allgemeinen unterschieden zwischen Krampf- und Verstopfungskoliken. Des Weiteren können auch Darmverschlüsse, -drehungen und –verlagerungen vorkommen. Die Ursachen sind sehr vielfältig. Erwiesen ist jedoch, dass u.a. große Aufregung und Stress sowie Wasser- oder Futtermangel (aber auch zu viel kaltes Wasser nach Anstrengungen) sowie Fütterungsfehler Koliken auslösen können. Vorbeugungsmaßnahmen sind angemessene Fütterung, ausreichend Bewegung und Wurmkuren. Die Fütterung und Verabreichung von Kraftfutter muss der Leistung des Pferdes angepasst werden. An einem Ruhetag (am besten schon am Vortag) sollte weniger Kraftfutter, dafür etwas mehr Raufutter gegeben werden. Abrupte Futterwechsel sollten vermieden werden und für die Rationierung gilt: lieber kleinere und dafür mehrere Rationen. Sollten Sie eine Kolik bei Ihrem Tier feststellen sind folgende Maßnahmen ratsam.   

Sofortmaßnahmen:
- Sofort den Tierarzt rufen!  
- Das Pferd bis zur Ankunft des Tierarztes im Schritt führen 
- Das Pferd möglichst dabei mit Abschwitzdecke oder sonstigem eindecken. 
- Wenn sich das Pferd wälzen will um so eine weniger schmerzhafte Position einzunehmen, 
  sollte es zu einem geräumigen Platz gebracht werden, um ein Festliegen zu vermeiden.
- Futter- und Wasseraufnahme verhindern.
- Stress für das Pferde reduzieren. 
- Das Pferd zur Entspannung massieren.

Kreuzverschlag

Der Kreuzverschlag (auch Verschlag oder Feiertagskrankheit) ist eine bewegungsabhängige Entzündung der Rückenmuskulatur, die mit starken Schmerzen für das Pferd verbunden ist. Die Symptome treten meist recht unvermittelt und relativ früh nach Beginn körperlicher Arbeit des Tieres auf. Symptome sind plötzliche Schweißbildung, Ängstlichkeit und Muskelzittern, erhöhte Herzfrequenz und leicht erhöhte Temperatur. Das Pferd möchte sich nicht mehr bewegen, drückt oft den Rücken nach unten und stellt die Vorderbeine nach vorne und die Hinterbeine nach hinten heraus. Die Tiere werden steif und in Ihrer Bewegung eingeschränkt – in schweren Fällen ist auch ein Festliegen nicht ausgeschlossen. Meistens tritt diese Art der Muskelerkrankung nach einem Ruhetag auf, an dem das Pferd nicht bewegt wird (daher auch Feiertagskrankheit). Durch die mangelnde Bewegung oder auch eine überhöhte Aufnahme von Kohlenhydraten über das Futter wird mehr Glykogen gespeichert als die Muskeln durch Arbeit verbrauchen. Der Stoffwechsel wird folglich gestört.

M  
Muskelerkrankungen (Myopathien)

Gruppe verschiedener Erkrankungen, die sich nach dem Zeitpunkt und der der Schwere der Symptome sowie nach den auslösenden Faktoren unterscheidet.

- Metabolische Myopathien (PSSM) – Stoffwechselbedingte Muskelerkrankungen, die chronisch verlaufen.

- Belastungsmyopathien (z.B. Kreuzverschlag, Tying-up-Syndrom, Azoturie) Bei diese Art von Muskelerkrankung treten die Symptome nach einer Belastung auf und sind  bewegungsabhängig. Die Krankheitssymptome sind Ängstlichkeit, leicht erhöhte Temperatur, plötzliche Schweißbildung, Muskelzittern und eingeschränkte Beweglichkeit. In der Folge können die Tiere steif werden und die Gefahr des Festliegens besteht. Ein Zeichen für diese Art der Muskelerkrankung ist auch ein teilweise schwarz verfärbter Urin. Meistens trifft diese Art der Muskelerkrankung nach Stehtagen auf, an den das Pferd nicht bewegt wird. Durch die mangelnde Bewegung oder auch eine überhöhte Aufnahme von Kohlenhydraten über das Futter wird mehr Glykogen gespeichert als die Muskeln durch Arbeit verbrauchen. Eine weitere Ursache ist übermäßige und ungewohnt starker Belastung des Tieres.   
Vorbeugende Maßnahmen: Futtermittel mit hohem Stärke- / Zuckergehalt sollten an Ruhetagen nur vermindert gefüttert werden (Achtung: Auch Äpfel und Möhren weisen einen sehr hohen Zuckergehalt auf!). Allgemein sollte die Fütterung immer der Leistung entspricht. Neben Stärke- und Zuckergehalt kann auch ein unausgewogener Elektrolythaushalt sowie eine Unterversorgung mit Vitamin E und Selen zu Belastungsschäden führen. Aus diesem Grund sollte in Zeiten hoher Belastung (Turniersaison) immer auf ausreichende Versorgung mit Mineralien geachtet werden.

N  
Nesselfieber Innerhalb weniger Stunden treten zahlreiche Quaddeln oder Ödeme vor allem an Rumpf und Hals des Pferdes auf. Vereinzelt kann es auch zu Schwellungen der Augenpartie und Nüstern kommen. Diese allergische Reaktion (auf Insekten oder Pflanzen) ist meist ungefährlich und hält oft nur wenige Stunden an. Bei einer auffälligen Störung des Allgemeinbefindens sollte jedoch der Tierarzt gerufen werden. 

P  
Papillomatose

Diese gutartigen Geschwülste treten als kleine Warzen an Nüstern, Oberlippe oder in den Ohren auf. In den häufigsten Fällen sind Jungpferde bis zu einem Alter von 3 Jahren davon betroffen. Dies Warzen bilden sich in der Regel innerhalb von vier Monaten von selbst zurück. Das Tier ist nach der Erkrankung jahrelang immun gegen Papillomatose.

PSSM (Poly-Saccharid-
Speicher-Myopathie)

Stoffwechselbedingte Muskelerkrankung, chronisch verläuft. Auslöser ist eine übermäßige Speicherung von Kohlehydraten in der Muskulatur des Pferdes. Die Neigung von Tieren zu PSSM ist zum großen Teil erblich bedingt. Diese Tiere sollten stärke- und zuckerhaltige Futtermittel meiden.  

S  
Schlundverstopfungen  
Sommerekzem

Auslöser für diese stark juckende und unangenehme Hauterkrankung sind verschieden Insekten. Dabei löst nicht direkt der Stich das Auftreten des Ekzems aus, sondern die allergische Reaktion des Pferdes auf das Speichelsekret der Mücke. Besonders befallen sind Schweifrübe, Mähnenkamm, Kuppe und Bauchnaht. Der anschließend auftretene Juckreiz äußert sich durch den starken Drang zum Scheuern und Unruhe. Durch das anhaltende Scheuern fallen zunächst  Haare aus und es bilden sich offene Stellen,  die weitere Insekten anziehen. Welche Pferde eine allergische Reaktion auf die Gnitzenstiche zeigen hängt u.a. mit der Ernährung und dem Stoffwechsel zusammen. Zu eiweißreiches Futter und eine Überfettung des Tieres erhöhen die Allergiebereitschaft und auch Mangelerscheinungen im Stoffwechsel tragen zu der Hauterkrankung bei.

Sonnenbrand

Besonders gefährdet sind Schimmel, Isabellen und Füchse. Der Sonnenbrand tritt meistens an den wenig pigmentierten und empfindlichen Regionen um das Maul, die Nüstern und die Fesseln auf. Oft ist ein Zusammenhang mit einer Lichtallergie, also einer allergischen Überempfindlichkeit gegen Sonneneinstrahlung, zu beobachten. Ähnlich wie beim Menschen hilft auch bei dem Pferd das prophylaktische  Einreiben der empfindlichen Stellen mit Sonnencreme. 

Spat  
T  
Tying-up-Syndrom

Bewegungsabhängige Muskelerkrankung. Die Symptome sind plötzliche Schweißbildung, Herzrythmusstörungen, leicht erhöhte Temperatur, Ängstlichkeit, verhärtete Muskeln und Muskelzittern treten nach starker Belastung auf. Das Pferd wird steif und kann sich nur eingeschränkt bewegen.

XYZ  
Zahnerkrankungen

Schmerzloses und gründliches Kauen ist für den Verdauungsvorgang äußerst wichtig. Ungleichmäßige Abnutzung der Zähne und sich daraus ergebende Spitzen können zu Verletzungen der Backenschleimhaut und Zunge führen. Dies kann schmerzhaft Folgen für das Tier haben und als Konsequenz eine Beeinträchtigung der Verdauung nach sich ziehen. Ursache kann eine zu einseitige Ernährung mit überwiegend Kraftfutter und zu wenig Raufutter sein. Prophylaktisch sollte das Pferdegebiss regelmäßig überprüft und gegebenenfalls der Pferdezahnarzt gerufen werden.